Zwei Wochen Pause. Im Vereinsfußball eine lange Zeit. Überhaupt, wenn man diese nationalfeiertagsbedingte Pause (und weil wir im Cup schon rausgeflogen sind, aber pssst) dazu nutzen muss, unsere derzeit ansprechende Form zu konservieren. Ob uns das gelungen ist, wurde am vergangenen Spieltag in verschiedener Hinsicht auf die Probe gestellt.

Zunächst war da einmal der ungeliebte Slovan-Eislaufplatz, den man am besten bei jedem Wetter mit Spikes betreten sollte, um notorisches Wegrutschen zu vermeiden.

Außerdem gab es da auch noch einen gefährlichen Gegner, der sich allerdings mit dem Gewinnen gleichermaßen schwer zu tun scheint, wie mit dem Verlieren. Jedenfalls war uns allen schon im Vorhinein klar, dass das Duell mit AS District West – den Remis-Königen der Liga – ein ganz anderes werden wird, als der jüngste Sieg gegen den nun schwer kriselnden Titelfavoriten Hotel Kalcio. Dort gefielen wir uns in der Außenseiterrolle, heute würde dem USK mit Sicherheit eine proaktivere Rolle abverlangt werden.

In Angst, Ehrfurcht und Glück

So ist es dann auch. Die Vibes stellen sich zunächst gut auf die Gegebenheiten ein und kommen in der Anfangsphase mehrmals gefährlich vors District West-Tor. Aus einem nicht ganz erfindlichen Grund, lassen wir uns vom ersten geglückten Gegenstoß der Heimmannschaft aber dermaßen aus der Ruhe bringen, dass wir in der Folge beinahe in Angst und Ehrfurcht erstarren.

Plötzlich ist unser Spielaufbau hektisch unser Verhalten gegen den Ball zögerlich, während das Selbstvertrauen der in der Meisterschaft noch sieglosen Westler indirekt proportional zu unserer Lethargie zunimmt. So betteln wir mit Fortdauer des ersten Durchgangs förmlich um das Gegentor, die Gastgeber verweigern uns diesen Wunsch jedoch ebenso hartnäckig. Einerseits scheitern sie am gut aufgelegten Hans, andererseits auch am eigenen Unvermögen, indem sie einmal sogar den leeren Kasten verfehlen.

Über einen Pausenrückstand hätten wir uns wahrlich nicht beschweren dürfen. Das Gute ist aber: Wir wissen sehr genau, worin wir uns im zweiten Durchlauf verbessern müssen.

Aufgrund der bis dahin sehr klar identifizierbaren Unzulänglichkeiten, gelingt es den Vibes, sofort nach Wiederanpfiff ein anderes Gesicht zu zeigen. Wir schaffen es nun viel besser, den Gegner im Spielaufbau unter Druck zu setzen, haben unzählige frühe Balleroberungen und erspielen uns viele gute Möglichkeiten.

Joker Martin beweist Killer-Instinkt

War in der ersten Halbzeit der Gegentreffer vermeintlich nur eine Frage der Zeit, so ist es nun umgekehrt. Nur, dass dem USK der Torerfolg tatsächlich gelingt. In der 70. Minute gelangt ein Ball nach einer der nun sehr häufigen Balleroberungen in des Gegners Hälfte zum eingewechselten Martin. Dieser beweist Killerinstinkt und versenkt den Ball souverän im Netz.

District West kommt zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht mehr vor unser Tor. Umso wichtiger wäre es jetzt, zur Vorentscheidung nachzulegen. Dafür spielen wir jedoch leider unsere Angriffe zu ungenau zu Ende.

So ermutigen wir die Kontrahenten zur Schlussoffensive, der mit viel Einsatz und ebenso vielen Fouls entgegnet wird. Da die zahlreichen Standards ebenso souverän wegverteidigt werden, wie die Angriffe aus dem Spiel heraus, bringen wir den 1:0-Vorsprung mehr oder weniger souverän über die Zeit.

Einmal mehr stellen wir fest: In dieser ausgeglichenen Liga gibt es keine leichten Spiele – auch nicht gegen vermeintliche Tabellennachzügler. Das werden wir auch in der kommenden Woche gegen die immer besser in Fahrt kommenden Kasnudln spüren. Umso wichtiger, dass die Vienna Vibes momentan sehr stabil auftreten. Daran kann auch eine zweiwöchige Matchpause nichts ändern. Mal sehen, ob wir das beibehalten können.

MG