Vorletzter Spieltag – gegen eine neue Mannschaft in der Liga, die eher in der unteren Tabellenhälfte zu finden ist, jedoch gleichzeitig – mit großem Abstand – den Führenden der Torschützenliste stellt. Viele Fragezeichen also vor dem Spiel gegen die junge Truppe und eine wichtige Partie, um nach der unglücklichen Niederlage in der Vorwoche gegen Paulaner Wieden ein Zeichen zu setzen.
Frühe Führung, schneller Dämpfer
Wie erwartet, oblag uns der Spielaufbau. Ein tiefstehendes Pötzleinsdorf versuchte jeden Ballgewinn möglichst schnell auf ihre „Kante“ vorne zu spielen – der Torjäger erinnerte ein bisschen an den norwegischen Superstar Haaland. Schnelligkeit gepaart mit Größe und physischer Stärke ist rar, und so war uns bald klar, wie es möglich sein kann, dass diese Mannschaft weit hinten in der Tabelle dennoch den Top-Torjäger stellt. Weil alles über ihn ging und sie abgesehen von diesem Spieler recht wenig zu bieten hatten. Dennoch taten wir uns – wie so oft – trotz klarer Spielüberlegenheit schwer, wirklich zwingende Chancen zu erspielen.
Ständiger Unruheherd für den Gegner war unser linker Flügel, der immer wieder zu guten Schussmöglichkeiten kam, die leider ungenutzt blieben. Eine rüde geführte Aktion führte dann zu einer Blessur bei eben jenem, wodurch er sich fortan nicht mehr so stark in Szene setzen konnte. Einer der vielen schön herausgespielten Pässe unserer Innenverteidiger führte dann dennoch zum 1:0 – ein herausragender, direkt weitergeleiteter Ball findet Matin, der mit dem „Spitz“ ins lange Eck vollenden kann (20.). Die Führung hielt jedoch nicht lange: Ein schneller Gegenangriff mit einem direkten Ball in die Spitze auf den angesprochenen, einzigen wirklich gefährlichen Gegenspieler führte zum 1:1 (28.). Die restliche erste Halbzeit plätscherte danach so dahin – einzig ein Kopfballduell von Yannik sorgte für starke Kopfschmerzen und einen vorzeitigen Wechsel in der Halbzeitpause.
Turbulente zweite Halbzeit
In der zweiten Hälfte übernahmen wir dann komplett das Kommando. Teilweise waren unsere Innenverteidiger im Spielaufbau schon in der gegnerischen Hälfte. Wir schnürten die Bubenmannschaft völlig ein, fanden jedoch weiterhin nur schwer zwingende Chancen. In der 52. Minute war es aber so weit: Ein guter, kurzer Pass vom Flügel lässt Matthias im Strafraum auftauchen, der den Innenverteidiger mit einem kurzen Haken aussteigen lässt und mit einem flachen „Pass ins lange Eck“ auf 2:1 stellt. Der Präsident wäre stolz auf so einen Abschluss. Jeder dachte nun, dass das Spiel bei dieser Feldüberlegenheit entschieden sei. Doch unsere eigenen Wechsel brachten uns kurzzeitig in Unordnung – und prompt schafften es die enorm effizienten Pötzleinsdorfer mittels Doppelschlag, uns völlig überraschend in einen 2:3-Rückstand zu bringen. Ohne überheblich klingen zu wollen, aber gefühlt waren das die einzigen zwei Momente, in denen sie überhaupt die Mittellinie überqueren konnten.
Die Köpfe wurden – wie immer – nicht hängen gelassen. Der USK-Geist musste es richten. Und er richtete es. Wir drückten die Gegner immer weiter hinten rein. Eine der vielen gefährlichen Standardsituationen brachte den verdienten Ausgleich: Flanke in die Mitte, der Kapitän Max steht genau richtig – 3:3 (86.). Zwei Minuten später folgt ein hoher Ball in die Mitte, Aqeel bringt ihn unter Kontrolle und anschließend im Tor unter (88.). Nun waren wir es, die mit einem völlig verdienten Doppelschlag das Spiel drehten. Eine klar überlegene Partie wurde unnötig spannend gemacht, fand aber ein gutes Ende.
Knappes Rennen an der Spitze
Damit bleiben wir weiter dran an der Spitze, denn mittlerweile kristallisieren sich drei starke Verfolger der Top 3 heraus – die wiedererstarkten Internationals, die ohnehin oft unter Wert verkaufenden Hernalser Spartans und der immerwährende Konkurrent Paulaner Wieden. Nach dem schwierigen Saisonabschluss gegen Ukraina warten dann beim Saisonauftakt drei absolute Kracher gegen gleich zwei dieser Mannschaften in Topform sowie gegen Celtic Salmannsdorf als direkten Tabellenkonkurrenten – noch dazu zweimal Auswärts und nur einmal Heim.
MW