7 Punkte aus den ersten drei Partien wurden vor ein paar Wochen von Kapitän Max K. der Young Vibes ausgerufen – und von den meisten, auch von mir, belächelt. Schließlich warteten gleich zu Beginn drei richtig starke Gegner. Doch dass es bis zur 88. Minute der dritten Partie tatsächlich so aussah, als könnten diese 7 Punkte Realität werden, hätten wohl die wenigsten erwartet. Dass es am Ende nicht reichte, schmälert die hochgesteckten Saisonziele nicht – vielmehr zeigt es, dass sie vielleicht gar nicht so unrealistisch sind, wie anfangs gedacht, und wir tatsächlich in der Lage sind, sie zu erreichen.
Coup gegen Internationals – dann kam Celtic
Die unangenehm zu bespielenden Hernalser Spartans wurden bezwungen, gegen die Vienna Internationals (immerhin Dritter der letzten Saison) gelang der geschichtsträchtige erste Sieg. Nun aber wartete das wohl schwerste Los: Celtic Salmannsdorf. So unsympathisch sie in der DSG auch rüberkommen mögen – sportlich haben sie nun einmal einen breiten, starken Kader und sind damit absoluter Titelkandidat dieser neuen Reserve-Saison. Marianum und Marswiese (1. und 4. der Vorsaison) gibt es ja nicht mehr.
Wie so oft bei dieser ohnehin schon starken Reserve halfen auch diesmal wieder einige Oberliga-KM-Spieler aus – bei der Partie gegen uns sogar der Kapitän der Kampfmannschaft. Das kann man durchaus auch als Hinweis verstehen, dass Salmannsdorf uns bereits als direkten Konkurrenten im Titelrennen einschätzt und daher mit voller Stärke antritt. Immerhin standen 6 Punkte aus 2 Spielen sowohl bei ihnen als auch bei uns auf dem Konto.
Früher Elfer bringt die Führung – Celtic schlägt zurück
Die ersten 15 Minuten gehörten klar uns. Mit Zweikampfhärte und Laufstärke bissen wir uns in die Partie und ließen ihr Kombinationsspiel kaum aufkommen. In genau dieser Phase holt Alex K. einen Elfmeter heraus, den Matthias in Minute 7 zur 1:0-Führung verwertete. Nach und nach fand aber auch Salmannsdorf ins Spiel und kam schließlich – ebenfalls per Elfer (ob das Foul wirklich im Strafraum war, sei dahingestellt) – zum 1:1, gleichzeitig Pausenstand.
Abwehrbollwerk hält – bis zur 88. Minute
In der zweiten Hälfte entwickelte sich, wie schon im letzten Spiel, eine Abwehrschlacht. Zwar weniger intensiv, aber ähnlich zäh. Offensiv ging bei uns nicht mehr viel, doch auch Salmannsdorf fand kaum zwingende Chancen. Umso größer das Lob für unsere Defensive, die selbst die KM-erprobten gegnerischen Angreifer zur Verzweiflung brachte. Als wir den Punkt fast schon in der Tasche wähnten, kam der Nackenschlag: ein schneller Einwurf, Unachtsamkeit, Gegentreffer – 88. Minute. Bitter. Unverdient war er nicht, so ehrlich muss man sein, aber weh tat’s trotzdem.
Trotz Niederlage: Die hochgesteckten Ziele bleiben realistisch
Unterm Strich bleibt: Die Lücke zur absoluten Elite der Reserveliga ist wieder ein Stück kleiner geworden, und viel stärker als Celtic wird es in dieser Saison vermutlich nicht mehr. Wir haben mitgehalten, wir waren dem Punktgewinn bis kurz vor Schluss sehr nahe – und genau das gibt Zuversicht. Die Saison ist noch lang, und unser Ziel ist es nicht nur, im oberen Drittel mitzuspielen, sondern tatsächlich bis zum Ende um den Titel mitzumischen. Dafür müssen nun in den kommenden Wochen die Siege eingefahren werden, doch die Leistung gegen Salmannsdorf hat gezeigt, dass wir auf Augenhöhe mit den besten Teams agieren können und dass unsere großen Ambitionen alles andere als unrealistisch sind.
MW