Nach drei unglücklich verlaufenen Spielen, einem Fehlstart in die Rückrunde und dem damit verbundenen Verlust des Anschlusses an die Tabellenspitze war Wiedergutmachung angesagt – ebenso wie ein dringend nötiger Turnaround. Dabei helfen sollte der Gegner Los Andes, gegen den in bisher neun Duellen ebenso viele Siege eingefahren werden konnten. Ein starker Kader und eine zweiwöchige Osterpause, in der an den richtigen Stellschrauben gedreht wurde, ließen auf einen gelungenen Abend hoffen.
Schlechte Nachrichten aus Buenos Aires
Der erste Rückschlag folgte prompt – es sollte jedoch auch der einzige der Prime-Time-Samstagabend-Partie bleiben: Just nach der Bekanntgabe der Aufstellung in der WhatsApp-Gruppe erreichte uns eine Nachricht aus dem fernen Argentinien. Lucas, unser viel vermisster YV-Tormann, befand sich noch auf Heimaturlaub und würde die doch recht lange Anreise so spontan nicht schaffen. Der einzige aus Südamerika stammende Spieler des USK stand also ausgerechnet gegen die Anden-Mannschaft nicht zur Verfügung. Übrigens: Falls jemals ein Spieler des USK nach Buenos Aires übersiedeln sollte, plädiere ich stark dafür, dass dem DSG-Ligensystem der argentinischen Hauptstadt – das gibt es fix – ein neuer Verein namens „Die Alpen“ guttun würde. Heute wurde jedoch in Wien gespielt, am Fuße der Alpen, gegen Los Andes.
Matin sprang dankenswerterweise spontan als Tormann ein, war im Spielaufbau stark eingebunden und hielt zudem die Null. Danke noch einmal an dieser Stelle! Außerdem wurde unser Jungspund Nil erstmals als Außenverteidiger aufgeboten. Schon vor dem Spiel kündigte er an, die Rolle „wie Frimpong“ auslegen zu wollen – nach diesem Spiel können wir sagen: Er hat sie tatsächlich wie Frimpong ausgelegt.
Zwei Standards als Dosenöffner
Relativ schnell merkten wir, dass Los Andes uns in diesem Spiel – bei allem Respekt – nicht allzu viel entgegenzusetzen haben würde. Damit bot sich die ideale Gelegenheit, unser Kurzpassspiel, die nötige Ruhe im Angriffsdrittel und auch unsere Chanceneffizienz zu verbessern. Während Ersteres ziemlich gut funktionierte und Zweiteres phasenweise sehr ansehnlich aussah, ließ Letzteres meist zu wünschen übrig. Gut nur, dass das in dieser Partie nicht allzu schwer ins Gewicht fiel.
Die ersten starken Angriffe führten noch zu keinem Torerfolg. So mussten in der ersten Halbzeit zwei Standardsituationen herhalten: Berni traf nach einem Strafraumgestocher infolge eines Eckballs zum 1:0 (24.) – dass er wenige Minuten zuvor noch freistehend am Fünfer vergeben hatte, war damit schnell vergessen. Jonny legte wenig später mit einem seiner zahlreichen Freistoßtore zum 2:0 nach (36.). Honorable Mention an Andi, der ebenfalls freistehend am Fünfer nur die Stange traf. Gut, dass er es zumindest bei der Kampfmannschaft am Sonntag besser machte und sich mit einem wohlverdienten Tor für seinen Aufwand belohnte.
Dominante zweite Hälfte
Eine höhere Führung konnten wir bis zur Pause dennoch nicht erzielen, weil wir phasenweise etwas zu hektisch agierten, noch immer zu oft den tiefen Ball suchten und uns mitunter dem niedrigen Tempo des Gegners anpassten. Dennoch war das insgesamt ein durchaus ansprechendes Offensivspiel.
Auch in der zweiten Hälfte spielten wir weiter unseren geradlinigen, simplen Offensivfußball und konnten dadurch permanent Druck auf den Gegner ausüben. So viele Bälle wie wir vorne prallen ließen, hatten wir in den drei Spielen davor zusammen wohl nicht. Trotzdem ließen wir erneut einige Chancen liegen, weil entweder der letzte Pass fehlte, zu spät kam oder nicht präzise genug gespielt wurde. Immerhin konnten wir unser Torkonto noch auf fünf Treffer erhöhen: durch ein Eigentor (wenn wir es selbst nicht schaffen, brauchen wir eben die Hilfe des Gegners, 64.), einen schönen Abschluss von Comebacker Alex K. (70.) und ein Tor von Young-Vibes-CR7 Aqeel (74.) nach einem missglückten Klärungsversuch der Gäste.
Am Ende stand ein ungefährdeter 5:0-Sieg – Balsam für die Seele und genau das Selbstvertrauen, das wir für die kommenden Aufgaben brauchen.
MW