In der Hinrunde gegen die jungen Burschen des SC Pötzleinsdorf gewannen unsere YV durch einen späten Treffer von Aqeel in der 88. Minute mit 4:3. Auch am 21. Spieltag sollte ein Tor zum 4:3 in derselben Minute wieder über Sieger entscheiden. Ein Unterschied zum Hinspiel war allerdings schon im Vorhinein klar: Der dem norwegischen Top-Torjäger Erling Haaland verblüffend ähnlich aussehende Stürmer des SC Pötzleinsdorf, der die Hinrunde mit 20 Treffern ähnlich dominierte wie Haaland die Premier League, war im Winter bereits in die Kampfmannschaft hochgezogen worden. Auch sonst hatte die Reserve des SC Pötzleinsdorf ihre Jugendlichkeit etwas verloren – nicht etwa, weil die Jungspunde plötzlich alle einen Bart bekommen hätten, sondern weil uns am Pfingstmontag eine komplett Andere Gesichter gegenüberstanden.

Intensive Anfangsphase

Gehen wir zum Match über. Hier entwickelt sich schnell eine für Reserveverhältnisse zügige Partie. Unsere Pressingmechanismen greifen phasenweise gut, und durch schnelles Spiel in die Spitze sind früh die ersten Cahncen unserer YV zu bewundern. Gleichzeitig gelingt es aber auch Pötzleinsdorf mehrmals, unser Pressing zu überspielen und selbst zu guten Abschlüssen zu kommen. Vor allem ihre präzisen Seitenverlagerungen machen uns bei gefühlten 40 Grad und knallender Sonne zu schaffen. Immer häufiger laufen wir dem Ball hinterher, wodurch unserem Pressing nach rund 20 Minuten zunehmend die Spritzigkeit verloren geht und frühe Ballgewinne deutlich seltener werde. Genau so auch in der 41 Minute, ein langer Ball wird über unsere hoch aufgerückten Defensive gechipt, das anschließende Eins-gegen-eins geht verloren und der Ball schlägt im rechten Kreuzeck ein – 0:1. Unsere YV stecken den Gegentreffer allerdings schnell weg, schnauften kurz durch und erobern in der nächsten Pressingsituation prompt wieder den Ball. Aus genau dieser Balleroberung kann Johnny (wer denn sonst) in den Strafraum ziehen und zum 1:1 ausgleichen. So geht es auch in die Pause.  

Durchgehner Druck

Sowohl wir als auch unsere Gegner wechseln zur Halbzeit kräftig durch. Leider macht sich das nicht unbedingt positiv für uns bemerkbar. Pötzleinsdorf legt in Sachen Spielkontrolle noch einmal deutlich zu, lässt unser Pressing alt aussehen und schnürte uns Minute für Minute tiefer in der eigenen Hälfte ein. In der 55. Minute fällt folgerichtig das 1:2 aus Sicht unserer YV. Unsere YV stemmten sich mit defensiven Zweikämpfen und Kontern dagegen, doch die fehlende Spielkontrolle und das permanente Hinterherlaufen nagen sichtbar an den Kräften.

Da kommt es gerade recht, dass wir mit unserem Johnny Dobias eine Allzweckwaffe haben. Unser zu diesem Zeitpunkt bereits 20-Tore-Mann schnürte nämlich noch einen Doppelpack und drehte die Partie erneut zu unseren Gunsten. Während gegnerische Teams seit Wochen über die „Sonntagsschüsse“ unserer Nummer 4 jammern, können wir versichern: Das sind keine Sonntagsschüsse. Das einzig Traurige daran: Unsere Kamera hat nicht alle drauf. Da Johnny ja jetzt bekanntlich für 22 Tore hauptverantwortlich (15 Traumtore mindestens, davon 10 auf Kamera oder so) dürfte der Zusammenschnitt der schönsten Tore des Jahres relativ einfach sein, die traditonell bei jeder Weihnachtsfeier zelebriert wird. Der Stimmzettel dürfte wohl folgendermaßen Aussehen Johnny_Tor1, Johnny_Tor2, Johnny_Tor3, ....

Am Spielverlauf änderte der Zwischenstand allerdings wenig. Die Pötzleinsdorfer bleiben ruhig im Aufbau, spielen ihre unzähligen Seitenwechsel konsequent zu Ende und kommen nach einem misslungenen Befreiungsschlag unserer Innenverteidigung in der 80. Minute erneut zum Ausgleich. Der Dauerdruck bleibt aufrecht, das Momentum liegt klar auf Seiten der Gäste und nur acht Minuten später fällt schließlich auch noch das erwähnte 3:4. Kurz darauf ertönte der Schlusspfiff. Nach 88 intensiven Minuten fehlen unseren YV schlicht die Kräfte, um noch einmal zu einer echten Schlussoffensive anzusetzen.

Komplett Anders

Mit dieser fußballerischen Präzision und Geschwindigkeit des SC Pötzleinsdorf war, besonders nach dem Hinspiel, in dem Spielanteile und Tore praktisch spiegelverkehrt verteilt waren, nicht zu rechnen.  Ein späterer Blick auf den Kader zeigt dann allerdings einige erfahrene Kampfmannschaftsspieler. Das soll an dieser Stelle keine Ausrede sein, solche Verstärkungen sind in der Reserve schließlich ja nichts Ungewöhnliches, erklärt aber vielleicht, warum sich das Spiel diesmal völlig anders entwickelt hat als noch in der Hinrunde.

Abschließend hoffen wir natürlich, dass die Spuckaktionen gegen unseren Stürmer intern von den Pötzleinsdorfern aufgearbeitet wurden, denn grundsätzlich ist das eigentlich keine ungute Truppe.

MK