Ein Traditionsduell stand an – Royal Rainer. Während in den letzten Jahren meist der Gegner die Oberhand behielt, hat sich das Blatt seit geraumer Zeit gewendet, und die Vienna Vibes sind meist in höheren Tabellenregionen als die burgunderroten Rainers zu finden. Während einige überzeugende Siege eingefahren werden konnten (6:1 und 3:0), erwies sich Royal Rainer auch einige Mal als Mannschaft, die uns nicht unbedingt liegt. Herauszuheben ist die knappe 2:3 Niederlage vor ziemlich genau einem Jahr. Die zwei überzeugenden Siege in den letzten zwei Runden gg. Los Andes und Dyn Donau sollte jedoch genügend Selbstvertrauen gegeben haben, um so etwas zu verhindern.
Unterschätzen ist geil
Die knappe Personalsituation der Gegner, die beinahe zu einer Absage des Spiels geführt hätte, wurde von den zwei Spielführern geheim gehalten – damit Royal Rainer ja nicht unterschätzt wird. Nur blöd ist, wenn genau diese zwei die Gegner stark unterschätzen (schon vor dem Spiel war eine Aussage zwischen den beiden zu hören: „Ich hoffe, dass der Tag nie kommen wird, an dem wir gegen DIE verlieren.“). Dass es zum Glück nicht ganz dazugekommen ist (aber fast), ist einem Sturmlauf in der zweiten Hälfte zu verdanken. Dennoch entwickelte sich das Spiel zu einem absoluten Zähneausbeißen und endete – so viel ist vorwegzunehmen – mit einem Unentschieden. Und beide Mannschaften werden mit diesem Ergebnis doch recht enttäuscht und unglücklich in die Samstagnacht aufgebrochen sein.
„Volle“ Bank
Aber alles der Reihe nach: Wieso steht Stellungsspiel für Erwachsene im Titel? Nun ja, starten wir beim Aufwärmen. Das war gelinde gesagt orsch: für beide. Ein unglaublich packendes Spiel der U15, U 14, U16 was auch immer des SV Wienerbergs war vor unserem Match, und der Schiedsrichter ließ gefühlte 20 Minuten nachspielen. Daraus folgte: sowohl Royal Rainer als auch wir konnten nur auf der Mini-Kunstrasen-Gefängniszelle des Wienerbergs aufwärmen, die ca. so groß ist wie der begehbare Kleiderschrank eines durchschnittlichen Celtic-Salmannsdorfer Jungaristokraten in dessen Landdomizil in Untersiebenstetten oder wo auch immer. Außerdem waren wir während des Aufwärmens damit beschäftigt Aussagen zu finden, die sowohl im Bett als auch am Fußballplatz funktionieren. „Powert euch ruhig aus – wir haben 5 auf der Bank“ oder „Danke Denis fürs Aushelfen!“ waren noch die mehr oder minder jugendfreien Beiträge, die zu kollektivem, frühpubertärem Gelächter führten. Die richtig Orgen schreib ich hier jetzt mal nicht. Nebenbei wurde auch bissl der Oberschenkel gedehnt. So guts halt während des Nachdenkens für neue Sprüche ging.
Übrigens, für alle leidenschaftlichen Leser unter euch: Es gibt zwei Autoren für die YV-Spielberichte. MW = Matthias Wurth und MK = Maximilian Kößlbacher. Letzterer hat beim letzten Spielbericht zu kollektivem Leidwesen vergessen, dass Simon Malkoc (#SM11) 4 fuckin Vorlagen gemacht hat (zwei für uns und zwei für die beiden Eigentore) – geiler Spieler.
Schwimmbadfußball und alte Muster
Naja – beide Mannschaften konnten nicht gescheit aufwärmen und das führte zu Schwimmbadfußball ohne jegliches Tempo. Erste Großchancen wurden vertändelt und es kam wie es kommen musste. Royal Rainer macht irgendwie ein Tor nach einem Konter (14.). Was machen wir? Was wir am besten können: am 5er freistehend kein Tor erzielen. Was vor zwei Wochen Andi geschafft hat, schafft diesmal Marco. Was wir auch können, ist, einen Jonny im Team zu haben. Und was der kann? Ein Tor machen – nach schönem Angriff über den mitgelaufenen Michi kommt Jonny mittels Brustmitnahme vors Tor und trifft im 4. Spiel hintereinander zum 12. Saisontor (26.).
Spielerisch überlegen gingen wir doch recht selbstsicher in die Halbzeitpause – mit der absoluten Überzeugung, die Partie noch zu gewinnen. Max warnte jedoch schon vor: schnell ein Tor machen. Wenn Royal Rainer irgendwie ein Tor macht, bunkern sie sich hinten ein und wir rennen einem Rückstand hinterher. Was ist passiert? Genau das.
Chaos in der zweiten Hälfte
Die zweite Halbzeit beginnt zunächst zaghaft und dann kommt es zu einer YV-typischen Situation: Wir vergeben freistehend am 5er – diesmal in Person von Alex K. der einen Eckball am langen Eck nicht verwerten kann. Dann kam das Heraufbeschworene: Wir verlieren im Spielaufbau den Ball und der Stürmer hält einfach drauf und trifft absolut perfekt aus mind. 40 Metern ins Kreuzeck (63.). Kollektive Fassungslosigkeit macht sich in unserer Mannschaft breit. Sind wir jetzt wirklich hinten? Ja. Und los ging der Sturmlauf – zunächst ohne Erfolg. Der Tormann wächst teilweise über sich hinaus oder der Schiedsrichter entscheidet auf Abseits, oder aber es liegt an etwas ganz anderem: Kollektivem Unvermögen. Zu diesem Schluss kommen wir bei der 3. Halbzeit.
Übrigens 3. Halbzeit: @KM – die Kabinendame hat gesagt, dass sie immer nur uns sieht und nie euch? Ist eure 3. Halbzeit eine Lüge?
Naja, zurück zum Spiel. Aus diversen, kollektiven Gründen schaffen wir es also lange nicht ein Tor zu erzielen – bis zur 91. Minute: Alex K. macht das so wichtige 2:2 (sonst hätte ich ja mit Fußball aufhören müssen) und verdient sich damit endgültig den Titel als Mann der wichtigen Tore. Danach drängten wir noch aufs 3:2, das wir schlussendlich nicht erzielen können.
Unzufriedenheit auf beiden Seiten
Bleibt die am Anfang beschriebene Situation: Wieso sind beide Mannschaften nicht zufrieden? Wir, weil wir uns aus kollektivem Unvermögen uns das Leben selbst schwer machen und durchaus hätten gewinnen sollen (müssen). Royal Rainer, weil sie in der Nachspielzeit einen Sieg verspielen und davor einige Konter-Chancen auf das 3:1 vergaben, als wir immer weiter „aufmachen“ mussten.
Was bleibt vom Spiel? Royal Rainer liegt uns nicht, Aufwärmen ist anscheinend doch wichtig, wir treffen nicht freistehend am 5er, Unterschätzen ist anscheinend doch nicht so gut, Alex K. macht wichtige Tore, Jonny macht immer Tore, Matthias weiß nicht was er machen soll, wenn er allein aufs Tor läuft, Simon hat letzte Woche 4 Assists gemacht (#geilerSpieler), Andi hat vor zwei Wochen freistehend am 5er an die Stange geschossen, Max hat nach einer Ecke „das Licht gesehen“. Nächste Woche Meetup – bitte 3 Punkte, danke.
MW