Saisonauftakt! Und wir wussten vor allem eines: Leicht wird das nicht. Auch, wenn man es auf den ersten Blick vielleicht meinen hätte können. Doch wer sich von den deutlichen Testspiel-Ergebnissen der jüngeren Vergangenheit gegen die Neulandschule blenden hat lassen, würde eine Überraschung erleben. Unser Erstrundengegner hat in den letzten Jahren eine gute Entwicklung genommen und spielt zurecht nun eine Etage höher als in der vergangenen Saison. Ebenso wenig durften wir uns von unseren eigenen Vorbereitungsergebnissen blenden lassen, denn dass Meisterschaftsfußball etwas anderes ist, davon waren wir an diesem Sonntag nicht nur gewarnt, wir erlebten es auch von Anpfiff weg.
Uns steht schließlich ein Gegner gegenüber, der als Aufsteiger, zum einen, bis in die Haarspitzen motiviert und euphorisiert ist und zum anderen von Abgänger Matin zweifellos mit jeder Menge Infos versorgt worden ist.
Flotte Partie, wenige Torszenen
Doch das Vertrauen in die eigene Stärke ist bei den Vibes derzeit groß. Und so lassen wir den agilen und aggressiv pressenden Gegner von Beginn weg spüren, dass wir mindestens genauso motiviert, euphorisiert und gut vorbereitet sind. Es entsteht nicht zuletzt deshalb eine flotte Begegnung, ohne die ganz großen Torraumszenen.
Doch der USK hat das Geschehen gut unter Kontrolle, arbeitet sich immer wieder in den gegnerischen Strafraum und hat in der 30. Minute ein erstes großes Erfolgserlebnis. Eine laut Bobos eigener Aussage verunglückte Ballannahme, wird zum perfekten Laufpass für Lenny, der alleine vor dem Torhüter eiskalt bleibt und zum 1:0 verwertet.
Damit ist die Geschichte der ersten Halbzeit schon auserzählt. Die zweite beginnt mit einem Schreckmoment. Die Neulandschüler überwinden erstmals in der Partie unsere stabile Defensive und tauchen ihrerseits alleine vor Torhüter Hans auf. Das hätte der Ausgleich sein können, wäre unser Keeper nicht tadellos auf dem Posten gewesen.
Ansonsten geht das Match weiter wie der erste Durchgang. An ein paar taktischen Stellschrauben haben wir gedreht, jedoch ist es heute nicht die Strategie, die den Erfolg bringt, sondern mentale Aspekte, wie Einstellung, Mut, Aufmerksamkeit und Cleverness.
Handlungsschnelligkeit und Überzahl bringen uns auf die Siegerstraße
Schlüsselmoment 55. Minute: Der Gegner spielt einen Rückpass zum Torhüter, der den Ball in der Folge mit der Hand aufnimmt. Vom Schiedsrichter als strafbar geahndet, ist die Szene definitiv diskutabel, weil es sich nicht völlig eindeutig um ein kontrolliertes, gezieltes Zuspiel gehandelt hat und das man wohl in keine Richtung entscheiden kann, ohne dass sich die benachteiligte Seite darüber aufregt. Und genau das passiert dann auch. Die Neulandschule beschwert sich kollektiv beim Ref. Währenddessen schnappen sich unsere Jungs geistesgegenwärtig die Kugel, spielen den fälligen indirekten Freistoß schnell ab und Kostya knallt den Ball in die Maschen. 2:0.
Die Gegner verlieren die Contenance, einer muss wegen Beleidigung mit glatt Rot vom Platz und der USK nützt diese Phase der Unkonzentriertheit seitens der Gäste sowie die nunmehrige Überzahl drei Minuten später aus (58.). Oskar wird perfekt in die Tiefe geschickt und behält vor dem Torhüter die Nerven. Der Jubel zum 3:0 wird davon überschattet, dass der Torschütze Richtung Bank signalisiert, ausgewechselt werden zu wollen. Unser Stürmer ist in der Aktion umgeknöchelt. Schnell beruhigt er die anwesenden Teamkollegen, dass sein Abgang nur eine Vorsichtsmaßnahme sei, auch weil er schon früh in der Partie gelb vom recht kompliziert pfeifenden Schiedsrichter (diesem hier) gesehen habe.
Läuft super, also ändern wir was
Alles soweit bestens bis dahin. Der USK spielt gut und hat das Match bereits früh in der zweiten Hälfte vorentschieden. Doch gerade in einer Phase, in der man scheinbar alles richtig macht, zu beginnen, Dinge anders zu machen – auch das ist der USK. Derzeit.
Der Gegner reagiert mit dem Mute der Verzweiflung, presst weiterhin hoch an und es gelingt den Vibes nicht, das Match endgültig zu killen und vor allem, die Lücken zu bespielen die jetzt zwangsläufig vorhanden sind. Unsicherheit kommt etwas auf, der vermeintliche Sicherheitsabstand im eigentlich zu führenden Zweikampf wird auch immer größer und so kommt die Neulandschule durchaus folgerichtig zum Tor in Unterzahl (68.).
Wir besinnen uns nun wieder auf eine Spielweise, die Ball und Gegner laufen lässt, nur um sie in der absoluten Schlussphase erneut über Bord zu werfen. Da beschenken wir den Gegner mit Schlusspfiff schließlich noch mit dem zweiten Treffer (93.) zum 3:2-Endergebnis.
Die Freude über einen in Summe gelungenen Saisonauftakt ist natürlich ungebrochen. Der Sieg war insgesamt und über weite Strecken sowohl ungefährdet als auch verdient. Zwischenzeitliche Schaffenspausen, Abweichungen vom Matchplan und das damit einhergehende Versäumnis, das Match entweder trocken heimzuspielen oder noch einen draufzulegen, sind uns bereits aus der Vorbereitung bekannt (der letzte Test gegen Royal Rainer, war quasi eine Kopie dieses Spiels). Mögen wir schnell daraus lernen und in zwei Wochen ein noch besseres Gesicht zeigen.
MG