Eine durchwegs erfolgreiche Vorbereitungszeit liegt hinter uns. Der Schwerpunkt lag hier klar am Austesten, wie sich der USK gegen die sogenannten Spitzenteams schlagen würde, die auf dem Papier über uns zu stellen sind und den Anspruch haben zumindest in der Oberliga mitzuspielen. Davon haben wir in der Unterliga B ja einige. Unser Auftaktgegner zählt da nicht zwingend dazu, galt im Vorfeld aber auf jeden Fall als unberechenbar.

Wir wussten, dass wir die Falcons in der Hinrunde verdient aber glücklich schlagen konnten und dass die Männer von der Marswiese in der Folge noch einige achtbare Ergebnisse einfahren konnten. Dennoch beschäftigten wir uns im Vorfeld dieser Auswärtspartie nur sehr wenig mit dem Gegner und setzten uns stattdessen, das Ziel, unseren in den letzten Wochen manifestierten Fußball bestmöglich weiter umzusetzen. Denn was gegen Kollegium Kalksburg, die Sox und Co. gut geklappt hat, das sollte doch auch bei den Falcons zum Erfolg führen können.

Flutlicht-Slapstick

Wir sind jedoch erfahren genug, um zu wissen, dass Meisterschaft etwas anderes ist als Vorbereitung. Und tatsächlich merken wir schnell, dass die Heimmannschaft wesentlich wehrhafter und mit klar erkennbarem Fokus aufs Spiel gegen den Ball zu Werke geht als fast alle Gegner des Februars. Daran müssen wir uns einige Minuten gewöhnen, wodurch unser Spiel nach vorne nicht dieselbe Wucht entfaltet wie noch zuletzt.

Aber wir haben ja noch andere Pfeile im Köcher. So sind wir im (Gegen-)Pressing auch nicht die Allerschlechtesten und gehen mittels frühem Ballgewinn durch Kyryl in Führung (9.).

Auch die Standards sind heute ein Mittel – vermutlich weil Angreifer wie Verteidiger bei jedem hohen Ball von der Seite halbert erblinden, weil sie direkt ins auf der Marswiese besonders deppert platzierte Flutlicht reinschauen. So gewinnt einfach der den Kampf ums Leder, dem er zufällig vor die Füße oder auf die Birne fällt. Das ist in der 28. Minute abermals Kyryl, der mit seinem 2:0 die Weichen früh auf Sieg stellt.

Das Flutlicht-Slapstick findet kurz vor der Halbzeit seinen Höhepunkt, als Philipp zum Eckball antritt, der Falcons-Tormann unter der Kugel durchfliegt und Kapitän Max auf der Torlinie zum Abstauber über den Ball haut (zum Glück, sonst hätte er ihn vielleicht noch für den Gegner geklärt). Das Ergebnis: Traumtor, weil direkt verwandelter Eckball (44.).

Gegen keimende Arroganz

Mit der komfortablen 3:0-Führung im Rücken, geht es in der Pause vor allem darum, jegliche möglicherweise aufkommende Arroganz im Keim zu ersticken und natürlich idealerweise so weiter zu machen wie bisher.

Besagte Arroganz verhindert sogleich der Gegner selbst, denn kurz nach Wiederanpfiff landet ein Eckball diesmal auf dem vermutlich ebenfalls erblindeten Kopf eines Falken, der zum Hoffnungstreffer netzt (48.). Ein Weckruf, von dem wir nicht wissen, ob er überhaupt notwendig war.

Denn die Vibes’sche Antwort kommt hellwach daher. In der 59. Minute zeigen wir, dass wir Tore auch herrlich rausspielen können, als Justin von Bobo schön in Szene gesetzt wird und zum 4:1 vollendet.

Damit ist merklich der Deckel auf der Partie. Den Falcons gehen Ideen und Kräfte aus und der USK lässt das Spielgerät nun gekonnt in den eigenen Reihen laufen. Kyryl krönt seine Top-Leistung in der 67. Minute mit einem Hattrick, wodurch er seine Torausbeute aus der Vorsaison gleich mal verdreifacht. Das ist ihm insofern besonders zu gönnen, als er die gesamte Hinrunde verletzt verpasst hat und sich nun eindrucksvoll zurückmeldet.

Eine Bank, der man vertrauen kann

In der Schlussphase gelingt uns der Beleg, dass wir heute auf eine sehr starke Bank vertrauen dürfen. Denn in der 74. Minute wird dem eingewechselten Martin eine Flanke auf den Bauch gefetzt und von dort springt der Ball ins Tor. 6:1.

Der ebenfalls eingewechselte Oskar beglückt uns zu später Stunde ebenfalls und zwar mit seinen berühmten Energieanfällen, mit denen er die linke Flügelseite nochmal heftig umgräbt. So kann unser Haubenkoch in der 80. Minute mindestens drei Foulversuchen entgehen, nach innen ziehen und staubtrocken ins lange Eck verwandeln. 7:1.

Dann haben wir genug. Auch vom Verteidigen, denn etwas nachlässig kassieren wir mit Schlusspfiff noch das 7:2 (90.). An diesem Abend sei es verziehen. Obwohl es am Anfang des Spiels noch nicht absehbar war, gelingt uns im Rückrundenauftakt, das Level der Vorbereitung auf den Platz zu bringen. Das ist schonmal positiv, heißt aber noch nicht viel. Wir haben noch einige Gradmesser vor der Brust.

In der Meisterschaft bleibt alles beim Alten. Der einstige Abstiegskandidat Nepomuk hat keinen persönlichen Wintereinbruch erlitten und wird diese Meisterschaft gewinnen. Dahinter prügelt sich die halbe Liga um Platz zwei. Dass der Blick auf die Tabelle nicht zur Beruhigung beiträgt, wird sich so schnell nicht ändern. Besser, wir bleiben bei uns und erfreuen uns an unserer guten Saison, die wir bis dato spielen.

MG

P.S.: Gute Besserung an den dem Anschein nach schwerer verletzten Falcons-Spieler. Wir hoffen, die Diagnose ist nicht so schlimm wie befürchtet.