„There's always something special in cup football“, sagte einst die englische Trainerlegende, Sir Bobby Robson. Wir geben ihm uneingeschränkt recht. Solch ein spezielles Cup-Spiel hatten wir letzten Dienstag vor der Brust.
Speziell deshalb, weil wir binnen weniger Wochen zum zweiten Mal auf unseren Ligakonkurrenten Neulandschule treffen sollten. Das Duell zum Ligaauftakt konnten wir leicht unsouverän mit 3:2 für uns entscheiden. Die Revanche-Ankündigungen des Gegners im Hinblick auf den Cup-Dienstag folgten umgehend.
Auch speziell war das Match deshalb, weil die Gastgeber ihr Heimspiel äußerst früh – weniger als 48 Stunden nach unserem nicht unanstrengenden Meisterschaftsspieltag gegen Fi – angesetzt hatten. Die meisten Zweitrundenpartien finden nämlich erst nächste Woche statt. Praktischerweise hatte unser Gegner am letzten Wochenende spielfrei. Ein Schelm wer Böses denkt.
Und sowieso ist der Cup speziell, weil es nunmal für beide Mannschaften entweder alles oder nichts zu holen gibt.
Kleinfeldler Ricco kommt zu Cup-Ehren
Die Kaderzusammenstellung gestaltete sich im Vorfeld schwierig, es gelang aber dann doch, mit einer schlagkräftigen Truppe am Ostbahn XI-Platz aufzumarschieren – inklusive der aus der Kleinfeldliga ausgeborgten USK-Legende Ricco, der zunächst auf der Bank platznimmt.
Das Bejammern einer aufkeimenden Müdigkeit verbitten wir uns bereits im Vorfeld und davon ist von Spielbeginn weg auch nichts zu sehen. Was und wieviel unsere Kontrahenten sich auch für die Revanche vorgenommen haben, wir lassen nichts davon zur Geltung kommen. Der USK setzt die motivierten Neulandschüler massiv unter Druck und lässt den Ball überlegt in den eigenen Reihen zirkulieren. Erste gute Tormöglichkeiten sind die Folge.
Doch dann sorgt in der der 18. Minute ein schwerer Vibes-Abwehrpatzer und ein starker Abschluss in der Folge für die Führung der Heimischen, praktisch aus dem Nichts.
Doch wir haben die passende Antwort parat. Unbeirrt greift der USK weiter an, Kostya kommt nach einem Zweikampf zwischen Oskar und dem mitspielenden Neulandschule-Torhüter an den Ball und kann zum schnellen Ausgleich einnetzen (23.). Proteste der Gegner aufgrund eines vorangegangenen Foulspiels in besagtem Zweikampf bleiben vom guten aber sehr kartenfreudigen Schiedsrichter ungehört.
Am Spielgeschehen ändert weder der Rückstand, noch der Ausgleich etwas. Die Vibes spielen ihre wohl stärkste Halbzeit der noch jungen Saison und gehen nach einem Eckball durch Kyryl per Kopf in Führung (44.).
Zügel weiter straff, Gegner lange am Leben
Zweite Halbzeit: Thema ist natürlich, dass es in den jüngsten Spielen immer wieder passiert ist, dass wir die Zügel etwas lockergelassen oder sie auch mal ganz aus den Händen gelegt haben, ohne, dass es uns gelungen wäre, das Spiel vorher endgültig zu entscheiden.
Die Wahrheit: wir spielen weiter druckvoll, engagiert und geben klar den Ton an. Großes ABER: wieder lassen wir den Gegner trotz teilweise unglaublicher Chancen extrem lange am Leben – immerhin ohne hinten irgendwas anbrennen zu lassen. Entspannung sieht dennoch anders aus.
Es ist schließlich dem eingewechselten Ricco überlassen, in der 86. Minute mit 3:1 und besonders in der 88. Minute mit dem 4:1 den Deckel draufzumachen. Beide Tore fallen nach einem gut getimten Tiefenlauf und Abschluss in Ricco-Manier.
Somit haben wir doch noch ein paar entspanntere Minuten anstelle einer Zitterpartie bis zum Schlusspfiff. Vor allem haben wir aber den Aufstieg in die nächste Runde in der Tasche und die Freude darüber ist bei allen Vibes riesengroß. Auch über die gute spielerische Leistung. Statt Revanche-Gelüste zur Entfaltung kommen zu lassen, konnten die Rot-Weißen ein Level draufsetzen und haben sich selbst belohnt. Mit einem weiteren K.O.-Spiel gegen District West. Ebenfalls ein Ligakonkurrent.
MG