Meine Damen und Herren, jetzt gilts! Es ist die Zeit des Jahres, in der die Felle verteilt werden oder davonschwimmen. Jetzt werden Saisonziele erreicht oder nicht erreicht, die Meister gekürt (bei uns nimmer), Absteiger brechen in Tränen aus und die Unterliga B findet endlich heraus, wer aus diesem großen Feld selbsternannter Spitzenmannschaften ein Bisschen besser ist als die jeweils anderen – und viel schlechter als Nepomuk.
Wir können die Spannung an dieser Stelle gleich rausnehmen: Der Titel „Best of the Rest“ vulgo „Vielleicht-oder-doch-nicht-in-die-Oberliga-Aufsteiger“ geht an die Kollegen des Hotel Kalcio. Durch den in dieser Runde eingefahrenen notwendigen Punkt können sie von unseren Vibes (aufgrund des direkten Duells) nicht mehr abgefangen werden.
Die gute Nachricht: Unser Saisonziel ist zwei Runden vor Schluss noch erreichbar. Der Konsens am Trainingslager im August 2025 lautete sinngemäß: Unter Einfluss aller besprochenen Tugenden, die wir in dieser Meisterschaft in idealerweise jedem Spiel an den Tag legen wollten, sollte uns das final in die Top drei führen.
Torschützenkönig geht sich aus
Nun kam mit Celtic Hernals ein Gegner auf den Wienerberg für den es in dieser Restsaison wohl um nicht mehr allzu viel gehen dürfte. Möglicherweise darum, die untere Tabellenhälfte anzuführen – sozusagen „Best of the Rest of the Rest“. Motiviert zeigen sich die Grün-Weißen jedenfalls von Beginn weg – insbesondere Nummer 18, der in einem seltsamen etwa zweiminütigen Trash-Talk mit Aaron, der sich bis zum Gang in die Halbzeitpause fortsetzt, gelb sieht und in der Folge von seinem Team ausgewechselt wird.
Spielerisch versuchen wir, der keltischen Kampfkraft zum Trotz, unserer Favoritenrolle gerecht zu werden. Wir brauchen auch nicht lange, um in Führung zu gehen. Oskar wird perfekt in die Tiefe geschickt, kann in die Mitte ablegen, verlädt jedoch stattdessen den spekulierenden Goalie und lasert den Ball ins Tormanneck (10.).
So schnell wir beim Herausspielen einer Führung sind, kassieren wir den Ausgleich: gutes Umschalten der Gäste, nicht ganz so gutes Umschalten von uns und die Celtics treffen aus ähnlich spitzem Winkel zum Ausgleich (11.), wie Oskar kurz zuvor.
Apropos keltische Kampfkraft: Auch die Vienna Vibes nehmen den Arbeitsethos von letzter Woche mit in diese Partie, lassen sich kaum vom raschen Equalizer frustrieren und spielen munter weiter.
Oskar, dessen persönliches Ziel noch der Angriff auf die Torjägerkrone sein dürfte – es fehlen nur noch 19 Türln – steht in der 21. Minute, nach Wahnsinnsvorarbeit von Kyryl, goldrichtig. Da waren’s nur noch 18.
18? Falsch, 17 Tore. Weil unser Solostürmer in der 43. Minute seinen Hattrick mit einem herrlichen Überheber perfektioniert.
Celtic Hernals – immer noch nicht gebrochen – kommt energisch aus der Halbzeit, presst nun vorne alles an, was in die Nähe des Balles kommt und wird zum richtigen Zeitpunkt von den Vibes ausgekontert.
Denn seit der 15. Minute haben wir Joni auf dem Platz. Das, weil der Rücken von Goalie Hans – der das Ziel hat, nurmehr ein Match pro Tag zu spielen – recht bald zumacht und wir daraufhin zu einer Personalrochade gezwungen sind.
Gefährlicher Schiri
Und weil wir das (sehr) inoffizielle Saisonziel haben, die Mannschaft zu sein, die die meisten verschiedenen Torhüter einsetzt, probieren wir Flügelmann Kostya aus, der natürlich irgendwann in der Jugend mal für den UDSSR Wladiwostok im Tor gespielt hat. Kennen wir ja schon.
Es sollte sich als gelungene Umstellung erweisen, denn sowohl Kostya, als auch Joni liefern voll ab. In der 70. Minute ist es besagter Joni – der das Ziel hat, der torgefährlichste Schiri der DSG zu werden – der goldrichtig in die Tiefe startet und zum 4:1 vollendet.
Das 5:1 fünf Minuten später (75.) verläuft nach ähnlichem Muster wie die meisten Tore zuvor. Irgendwie sehen unsere Buden heute alle gleich geil aus. Joni schnürt den Doppelpack und kommt seinem Ziel somit bedrohlich nahe.
Wieder nur fünf Minuten später (80.) setzt Oskar in gewohnt physischer wie technisch glanzvoller Manier – er lässt im Vollsprint noch den Celtic-Torhüter per Haken aussteigen, ehe er abschließt – den 6:1-Schlusspunkt. Somit rückt er dem Nepomuk, Simon Perschke, auf nunmehr 16 Tore heran. Da geht noch was.
In diesem Spiel geht hingegen nichts mehr. Muss es auch nicht. Erst nächsten Montag wieder. Da haben wir jetzt unser Endspiel, das darüber entscheidet, ob wir diese Saison ohne Abstriche als eine erfolgreiche bezeichnen dürfen, in der wir unsere Ziele (weitgehend) erreicht haben. Unser persönliches kleines Finale.
MG