Zum Muttertag findet sich ein voller YV Kader überpünktlich am Wienerberg ein, um sich hoffentlich wieder einmal die 3 Punkte zu verdienen. Da kommt es gerade recht, dass es gegen die Spice Balls geht, die hoffnungslos auf dem letzten Platz in der Reservetabelle stehen. Nach den letzten Ergebnissen hält sich die Überheblichkeit, die mit so einer Favoritenrolle einhergehen kann, augenscheinlich in Grenzen. Trotzdem herrscht gute Stimmung in der Kabine und es gibt die ein oder andere hochinteressante sprachwissenschaftliche Debatte, etwa zur Phonetik exotischer Sprachen und der Entstehungsgeschichte gewisser Wörter aus dem Englischen. Wie es sich für einen Verein aus (ehemaligen) Doktoren und Professoren eben so gehört.
Konzentrierter Start
Ein klares Signal setzt sich die Mannschaft selber, das Aufwärmen wird an diesem Sonntag um einiges gewissenhafter als im letzten Spiel durchgezogen. Matthias, designierter Aufwärmtrainer, beeindruckt nicht zuletzt mit einer neuen alternativen Dehnübung für die Leiste. Für ein kitschiges Highlight sorgt Johnny, als er beim Eintreffen der eingefleischten USK-Ultras seine Oma noch mit Blumen zum Muttertag beschenkt. Die wiederum meint, er solle auch Blumen von uns bekommen, er habe ja morgen Geburtstag. Die Blumen wird sich Johnny in diesem Match auf jeden Fall noch verdienen, aber dazu später mehr.
Fußball oder MMA?
Dann ist Anpfiff. Wie genau diese Anfangsphase war, weiß der Autor nicht mehr so genau, denn das Spiel wird schnell von einer absolut unnötigen Tätlichkeit beschmutzt. Nach einer Ecke für die Spice Balls, als die Kugel schon im Aus ist, schlägt der gegnerische 10er Raphi einfach mal ins Gesicht. Platzverweis. Das heißt schon was, wenn ein DSG-Schiri ohne zu zögern die Rote Karte zieht. Die Mama des 10er wäre (hoffentlich) beschämt, hätte sie das gesehen. Ein kleines Trostpflaster ist die Fairness der restlichen Gegenspieler, die sich bei Raphi für das, was da eben passiert ist, entschuldigen.
Nach wenigen Minuten wird diese Partie also in Überzahl geführt. Die YV übernehmen klar die Spielkontrolle. Die nötige Ruhe, vor allem im Spiel nach vorne, ist allerdings wieder einmal wenig zu sehen. Viele Pässe werden zu früh in die Tiefe gespielt und auch die Sache mit dem Prallen lassen und Seitenwechsel ausspielen ist ausbaufähig. Aber der USK hat die Kugel und erspielt sich die ein oder andere Chance, bis wir uns in der 20. Minute belohnen. Nach einer Flanke vom rechten Strafraumeck (der Autor meint, sie kam von Alex, Max. K und Berni sagen, es war Marco) fliegt der Ball in hohem Bogen quer über die Abwehr. Dort springt der Ball auf und Simon (der hier selber über sich in der dritten Person schreibt) pufft ihn per Volley flach ins lange Eck. Allzu sehr kann der sich aber nicht freuen, weil ganz ehrlich, eben hat noch einer von uns auf die Fresse gekriegt. Für Raphi ist dann wenige Minuten später auch tatsächlich Schluss. Kiefer schwillt an und tut weh. Bravo. Für ihn kommt Michi aufs Spielfeld. Der Optimist würde sagen, toll dass wir wechseln mussten, in der 40. Minute macht Michi nämlich das 2:0. Nach einer Ecke von Johnny köpft er am langen Pfosten den Ball ins Netz. Dann ist Pause. An einem schattigen Plätzchen wird noch die Halbzeitansprache gehalten. War sicher wichtig. Der Autor kann sich nicht so gut erinnern.
Traumtore, schlechte Omen und Krankenwagen
Die zweite Hälfte startet furios. Kennt ihr eigentlich Johnny? Aus 20 Metern fetzt er den Ball locker ins Kreuzeck. Traumtor. Die YV machen weiter das Spiel. Nicht perfekt, aber es ist klar, dass wir diese Partie nicht mehr aus der Hand geben werden. Und dann ist es auch, wer hätte es gedacht, Johnny, der den Deckel drauf macht. Dribbelt sich einfach mal zentral durch die gegnerische Abwehr und verwandelt staubtrocken zum 4:0. Geiler Kicker.
Dann wird erstmal durchgewechselt. Kein Spieler mehr auf der Bank. Werden eh keine Wechsel mehr brauchen, würde man denken. Aber falsch gedacht. Die Zeichen hätte der ein oder andere abergläubische Fußballfanatiker lesen können. Wer im Hinspiel gegen die Spice Balls dabei war, erinnert sich vielleicht noch daran, wie ein Sturz in der Kabine der Gegner zur Folge hatte, dass ein Spice Baller vom Krankenwagen abgeholt werden musste. Damals holte sich Raphi auch einen Platzverweis. Und jetzt sitzt da noch Albi, der uns brav die Treue hält, immer noch auf Krücken, bei uns auf der Bank. Haben wir etwa böse Geister geschworen?
So scheint es. Nach einem Zweikampf bleibt unser 10er Matthias (#MW10) am Boden liegen. Das Knie habe er knacken hören. Oje. Aber eins nach dem anderen. Bevor wir ihn vom Feld bringen können, braucht das gut geschulte medizinische Personal des USK erst einmal gefühlte 10 Minuten, um einen hartnäckigen Krampf im anderen Bein des Verletzten zu lösen. Dann gehts in die Kabine, Rettung kommt. Young Vibes gegen Spice Balls wieder in Gleichzahl. Johnny macht noch zwei Tore. Vielleicht hat er sich ja wirklich Blumen verdient. Der Gegner macht auch noch ein Tor. Der Autor hat das aber alles nicht mehr gesehen, wurde zwischenzeitlich zum Krankenpfleger umfunktioniert.
Gedämpfte Feierlichkeiten
An diesem Sonntag ist keine „zicke-zacke“ oder „freed from desire“ in der Kabine zu hören. Stattdessen wird inmitten halbnackter Kicker unser Löwe MW10 von Sanitätern versorgt und schließlich ins Krankenhaus gebracht. Damit ihm dort nicht kalt wird, leiht ihm Stefano netterweise seine Kappe. Eine kleine YV Fraktion gönnt sich im Anschluss noch die erste Hälfte der KM Partie. Auch sie sollten an diesem Abend gewinnen. Das hat der USK bitter nötig gehabt. Aber es gab definitiv schon schönere 6-Punkte-Wochenenden.
SM