Die Hinrunde neigt sich dem Ende zu, das merken wir vor allem an der zu dieser Zeit traditionell länger werdenden Ausfallsliste. So auch dieses Jahr. Anders ist hingegen, dass die Vibes in diesem Herbst mit einigen „Traditionen“ brechen. Zum Beispiel haben wir endlich mal wieder in der verflixten zweiten Runde gewonnen. Auch haben wir am kleinen STAW-Platz gegen Play Together Now zum ersten Mal überhaupt die drei Punkte eingefahren und es obendrein geschafft, das Scheunentor, das sich die längste Zeit Defensive geschimpft hat, zu schließen.

Der größte Traditionsbruch ist aber wohl, dass wir in dieser Hinrunde endlich mal wieder im Spitzenfeld mitmischen.

Gut, dieses besteht derzeit aus der halben Liga, das ändert aber nichts daran, dass der USK in diesem Herbst fleißig gepunktet hat und uns der ebenfalls schon fast traditionelle zwischenzeitliche Leistungseinbruch erspart geblieben ist.

USK spielt (nicht alle) Stärken aus

Nun galt es an diesem Sonntag mit einer weiteren Tradition zu brechen. Tabellenschlusslicht Celtic Hernals musste endlich auf dem Red-Star-Platz bezwungen werden. Diesbezüglich haben wir uns in der Vergangenheit gegen bissige Grün-Weiße immer schwer getan.

Auch diesmal ists selbstredend kein Spaziergang, die Jausengegner gibt’s nämlich nur in der Unterliga A. Spielerisch fällt es uns schwer, die Begegnung gegen sehr offensive Celtics zu dominieren und auch im Pressing sind wir nicht immer am Punkt da. Doch wir haben noch ein paar andere Stärken, die wir besser ausspielen. Im Umschalten nach Ballgewinn sind wir heute messerscharf und so vollendet Justin nach starkem Tiefenpass und präziser Hereingabe schon früh zur Führung (4.).

Das Tabellenschlusslicht zeigt sich nicht geschockt, spielt weiter munter nach vorne – auch wenn das bedeutet, dass sie im Gegenstoß einige Räume anbieten. Wir hingegen schaffen es die ganze erste Halbzeit nicht wirklich, Kontrolle, Dominanz und vor allen Dingen das Richtige Maß an Ruhe auszustrahlen. Aus einem schwer erklärbaren Grund ist die eine Hälfte des Vibes-Teams zu lethargisch und die andere zu hysterisch.

Deshalb ermahnen wir uns in der Pause gegenseitig, einerseits die nötige Bissigkeit im Anlaufverhalten an den Tag zu legen und andererseits auch ein Bisschen mehr die Goschn zu halten.

Beides sollte zunächst gelingen.

Rückkehr alter Bekannter

Nur kurze Zeit nach Wiederanpfiff erobert Philipp – eben durch starkes Anlaufen – den Ball vom Celtic-Verteidiger, lässt sich auch durch einen versuchten Torraub nicht bremsen und setzt Sturmpartner Martin in Szene, der vor dem Torhüter cool bleibt (53.).

Unmittelbar darauf ist Bobo nach einem Eckball per Kopf zur Stelle und netzt zum 3:0 (54.).

Noch bevor Celtic sich ins Match zurückkämpfen kann, haben wir es entschieden. Auch weil der eingewechselte Oskar in der 70. Minute einen Ball technisch sauber abfängt und in der Folge mit ebenso hohem Tempo wie auch Eleganz auf 4:0 stellt.

Die Freude über diesen klaren Spielstand wird leider von der Rückkehr zweier alter Bekannter konterkariert. Zum Ersten zeigt sich der Schlendrian wieder bei einem der zahlreichen Celtic-Eckbälle (72.), als die gegnerische Neun relativ unbehelligt einköpfen kann.

Da die Heimischen nun auf Teufel komm raus stürmen, können wir uns umso besser auf unsere Balleroberungen und Umschalter fokussieren. Einer davon stellt den alten Torabstand wieder her, als Justin infolge eines Freistoßes an den Ball kommt und seinen Doppelpack perfektioniert (77.).

Den Schlusspunkt zum 5:2 setzen aber die Gastgeber, weil wir in der Hintermannschaft fahrlässig den Ball vertändeln (85.).

Den wirklichen Schlusspunkt unter diese torreiche Partie setzt aber jemand anderes. Nach dem Schlendrian sagt nämlich auch die Hysterie wieder in den Reihen der Vienna Vibes hallo. Als der eigentlich sehr umsichtige Schiedsrichter nämlich drei knifflige Situationen allesamt gegen den USK auslegt bzw. uns zwei weitere Tore aberkennt, wird nicht nur die gesamte Mannschaft wieder merklich unruhig, Philipp (der Spieler, der in seiner langen Karriere gefühlt zwei gelbe Karten bekommen hat) muss wegen übermäßiger Kritik sogar mit gelb-rot vom Platz.

Einige können sich, angesichts dieser kuriosen Geschehnisse (die im Hinblick auf nächste Woche noch sehr ärgerlich sein werden), ein Schmunzeln nicht verkneifen. Anders gesagt: Mit 5:2-Führung kurz vor Schluss hätten wir ein souveräneres Bild abgeben können.

Seis drum. Nach dem Rückschlag der letzten Woche, fahren wir wieder einen ungefährdeten Sieg ein – und brechen damit einen weiteren Fluch. Nun haben wir noch eine Aufgabe vor der Brust, um uns im Anschluss vollends zufrieden in die Winterpause verabschieden zu können.

MG