Dieses verlängerte Wochenende begingen wir in unserem schönen Land nicht nur den Nationalfeiertag, der Sonntag stand auch im Zeichen der dritten Runde des DSG-Cups. Dabei ist allein schon wegen des Siegen-oder-Fliegen-Prinzips für Spannung gesorgt. Gründe, sich im Vorfeld anzukacken hätte es aber darüber hinaus noch weitere gegeben.
Grund 1: Wir hassen den Slovan-Platz. Weil er selbst bei trockensten Bedingungen gottlos rutschig ist. Da unser anstehendes Auswärtsmatch zu allem Überfluss bei sturmregnerischen Bedingungen stattfinden sollte, wurden im Vorfeld Überlegungen laut, ein paar Eislaufschwünge einzutrainieren – haben wir dann nicht gemacht.
Grund 2: Die letztwöchige Niederlage bei Sektor 17 gab Anlass, eventuell innerhalb der Reihen der Vienna Vibes an der eigenen Stärke zu zweifeln – haben wir dann aber auch nicht gemacht.
Grund 3: Der unberechenbare Gegner, District West. Unberechenbar, weil diese Mannschaft in den letzten Monaten für eine Art noch nie dagewesenes Erfogs-Misserfolgsparadoxon gesorgt hat. Während in der letzten Meisterschaftssaison für die Westler gar nichts klappen wollte – auch der USK gewann beide direkten Duelle mehr oder weniger souverän – und am Ende sogar (unglücklich) Letzter wurden, erreichten Sie in derselben Spielzeit sensationell das DSG-Cup-Halbfinale. Dem nicht genug: Heuer untermauerten die runderneuerten Hütteldorfer mit DSG- sowie Landes-Cup-Siegen gegen Favoriten wie Going Toulouse (derzeit DSG-Oberliga-Dritter) und SC Elite (WFV-Oberliga) ihren Ruf als Riesentöter. Dass wir nun in einem K.O.-Spiel auswärts bei diesen offensichtlichen Pokalspezialisten antreten durften, wäre ein weiterer Grund gewesen, mit vollen Hosen aufzumarschieren – doch auch das haben wir nicht gemacht.
Wir rutschen und zweifeln wenig
Von Anpfiff weg, rutschen und zweifeln wir nur sehr wenig. Auch die Textilien erschweren sich lediglich durch literweise aufgesaugtes Regenwasser, nicht aber durch körpereigene Exkremente. Stattdessen haben wir die Partie gegen einen defensiv ausgerichteten Gegner gut im Griff. So gut, dass die Vibes schon nach sechs Minuten das 1:0 durch den perfekt in die Tiefe gestarteten Kostya herausspielen.
Trotz weiterer guter Möglichkeiten unserer Mannschaft, plätschert die Begegnung, passend zum Wetter, etwas dahin. Das Spiel unserer Rot-Weißen (heute im auswärtigen Schwarz-Grün) steht im Zeichen von spielerischer Struktur und Kontrolle, nicht aber unbedingt von hohem Offensivdruck und Durchschlagskraft.
Immerhin werden die Gastgeber so relativ weit von unserer Gefahrenzone ferngehalten. Die angespannten Nerven aufgrund eines nur knappen Vorsprungs ersparen wir uns jedoch auch in dieser Woche nicht. Das scheint derzeit wahrlich unser Ding zu sein.
Das leicht eingeschlafene Spiel setzt sich bis weit in die zweite Halbzeit fort. Der USK verabsäumt, bei weiterhin hohen Ballbesitzwerten (vermutlich, die Statistik ist uns natürlich unbekannt), das mit letzter Konsequenz vorentscheidende 2:0 zu suchen.
Oskar hat das letzte Wort
So nimmt dieser Cup-Fight gegen Ende nochmal Fahrt auf. Überhaupt als District West infolge eines frühen Ballverlusts sowie ein, zwei unglücklichen Klärungsversuchen unsererseits, seine einzig wirklich große Ausgleichsmöglichkeit vorfindet und vor dem leeren Tor das Leder aus für uns unerfindlichen, aber erfreulichen Gründen an die Latte setzt.
So haben die Vienna Vibes am Ende doch noch das letzte Wort. Oskar, der heute bei der District West-Abwehr einen schweren Stand hat, setzt sich in der 94. Minute auf der Seite unwiderstehlich durch und hämmert das Leder mit dem Schlusspfiff ins Kreuzeck.
Mit einer konzentrierten und abgeklärten Leistung haben wir den Cup-Spezialisten aus seinem Lieblingsbewerb geworfen. Kategorie: Arbeitssieg. Aber wen stört’s. Wir stehen im Achtelfinale. Da waren wir schon lange nicht mehr. Darüber hinaus ging es für die Vienna Vibes überhaupt noch nie. Aber das wird erst nächstes Jahr entschieden. Bis dahin bleiben die Hosen trocken.
MG