Nach dem Debakel der letzten Woche, kam uns diesmal ein Gegner ins Haus, der in der Spielanlage ähnliche Muster aufs Feld bringt, in der Qualität gegenüber dem Tabellenführer aber logischer Weise klare Abstriche machen muss. Demzufolge ist Play Together Now in der oppositionellen Tabellenregion zu finden und heuer akut abstiegsbedroht. Dass es sich bei den Männern aus der Rustenschacher Allee dennoch um keinen sprichwörtlichen Aufbaugegner handelt, wissen wir aus zahlreichen vergangenen Duellen.
Und wer bis zum Anpfiff noch nicht wusste, dass das ein unangenehmes Spiel wird, dem wurde in den folgenden 90 Minuten nachgeholfen. Der USK beginnt zwar dominant, spielt zunächst ein äußerst gepflegtes Kurzpassspiel, es macht sich jedoch bemerkbar, dass uns heute einige Offensivstützen für den letzten Punch fehlen. Dementsprechend schwer fällt es den Vibes, Chancen in größerer Anzahl herauszuspielen. Eine Top-Möglichkeit findet trotzdem Heute-Flügel Birsi vor, der seinen Abschluss an die Stange setzt. Das Aluminium – in diesem Spiel ein größeres Thema.
Ungeduld und fehlende Schärfe
Doch auch die Gäste kommen auf den Geschmack und profitieren mit einigen Gegenstößen von unserer wachsenden Ungeduld und der fehlenden Schärfe im Zweikampf. Hans hält mit starken Reaktionen mehrmals den Nuller fest.
So richtet es für uns kurz vor der Halbzeit ein Standard – auch so ein Thema in diesem Match. Alex – für seinen Raketenschuss gefürchtet, kommt mittels Eckball-Rebound an den Ball und hält drauf. Das Leder wird für den starken Play Together Now-Goalie, der zuvor schon einen Fredy-Kopfball aus der Ecke gezogen hat, unhaltbar abgefälscht und somit steht es 1:0 für die Vibes (44.).
Dass es unmittelbar vor Pausenpfiff nicht 2:0 mittels Traumtor von Ivan steht, dafür sorgt die Unterkante der Latte. Sein 30 Meter-Schuss springt nämlich von dort zurück ins Feld.
Diese letzten Minuten vor Seitenwechsel haben aber gezeigt, dass wir doch noch physische Zweikampfpräsenz zeigen und vor allem torgefährlich sein können. Daran gilt es im zweiten Durchgang anzuknüpfen.
Tatsächlich gelingt es uns wesentlich besser, die Auswärtsmannschaft von unserem Tor fern-, nicht aber die eigene Torgefahr aufrecht zu erhalten.
So bleibt es lange beim Spielstand von 1:0 und es kommt, was kommen muss. Die zu diesem Zeitpunkt harmlosen Gäste erzielen mit einer sehenswert ins Kreuzeck abgerissenen Flanke den Ausgleich (63.). Ausgerechnet jener Spieler, der Zweikampfverhalten gerne mit Ringereinlagen /Würgegriffen verwechselt, darf sich hier von seinen Kollegen feiern lassen.
Wilde Schlussphase mit glücklichem Ende
Aber nicht mehr allzu lange, denn in der 84. Minute wird er nach einer klaren Tätlichkeit mit gelb-rot (verstehe wer will) vom Platz gestellt. Blöderweise auch unser kurz zuvor eingewechselter Gatti, der aufgrund seines der Tätlichkeit vorangegangenen Fouls und der Tatsache, dass er sich in Folge gegen den Play-Together-Now-Hitzkopf zur Wehr setzt, doppelt gelb sieht. Zwei Karten wegen einer Situation: Verstehe auch wer will.
Zehn gegen zehn geht’s weiter und ab hier erleben alle Beteiligten eine wilde Schlussphase. Beide Mannschaften spielen auf Sieg, Mittelfeldreihen existieren nicht mehr wirklich und richtige Tormöglichkeiten bleiben, aufgrund von Hektik und schwindender Kräfte, beiderseits aus.
Doch dann ist es Innenverteidiger Fredy in der Schlussminute der Nachspielzeit, der es noch einmal wissen will, zu einem unwiderstehlichen Sturmlauf ansetzt, auf die Flanke rausgibt und selbst in den Sechzehner zieht. Der Ball kommt präzise hinein, Fredy hält fünf Meter vor dem Tor den Fuß hin und der gegnerische Keeper rettet mit einer heftigen Fußparade. Unglaublich.
War das der Matchball? Es gib noch den Eckstoß als Konsequenz dieser Goalie-Heldentat. Ivan bringt die Kugel hinein, Kyryl setzt sich durch und knallt den Ball mit dem rechten Fuß an die Latte – wie könnte es anders sein. Doch es ist die Unterkante des Gebälks und diesmal zappelt der Schuss dann doch zum frenetisch umjubelten Siegtreffer im Netz (93.). Dass der Schiedsrichter das Spiel unmittelbar danach abpfeift, bekommen wir gar nicht mit.
MG