Zweites Spitzenspiel innerhalb von drei Wochen. Zum zweiten Mal haben wir verloren. Verloren ist hier leider nur ein Hilfsausdruck, denn zum zweiten Mal sind wir regelrecht implodiert. Wenn wir kassieren, dann offenbar so richtig. Mit vielen Gegentoren, mit Verletzungen, Ausschluss vielleicht auch noch.

Damit ist vom Aufeinandertreffen am Slovan-Platz gegen Hotel Kalcio eh schon fast alles erzählt.

Apropos: Dieser verhasste (weil unfassbar rutschige) Slovan-Platz ist eine von vielen Ausreden, die wir uns schon vor dem Spiel zurechtlegen hätten können, um sie nun nach dieser 1:4-Klatsche abzurufen. Weitere wären das Wetter, der viel zu weiche Ball, keine wirklich fitten Wechselspieler auf USK-Seite und sowieso der halbe, für diese tabellarisch recht wichtige Begegnung, nicht verfügbare Kader.

Wir sind nur teilweise schlecht

Aber was sollte das bringen? Dann müssten wir uns nämlich gleichzeitig eingestehen, dass wir einfach keine guten Kicker sind, die obendrein mit Gegenwind (buchstäblich und metaphorisch) nicht umgehen können. Und das ist nur teilweise richtig.

Dass unsere Vibes nämlich Fußball spielen können, haben auch die elf startenden Akteure phasenweise gezeigt. Etwa nach dem frühen 0:1-Rückstand (10.), den wir rasch mit einem Ausgleich durch Kyryl nach einer Ecke beantworten (18.). Auch als wir in der Folge weitere Chancen auf die Führung vorfinden.

Das Problem an der Sache ist jedoch das Wörtchen „phasenweise“. Denn, dass wir noch nicht resilient genug sind, um der Mischung aus den erwähnten widrigen Umständen und einem starken Gegner, 90 Minuten USK-Fußball entgegenzusetzen, wird einmal mehr deutlich.

Anstatt das Hotel mit der gleichen defensiven Stabilität aus dem „Hinspiel“ zu nerven, bleiben wir über die volle Matchdauer wackelig, behäbig im Rückwärtsgang und laden die Heimmannschaft zu einigen Abschlüssen ein.

Einen davon verwandelt der Gegner kurz vor der Halbzeit zur neuerlichen Führung (44.).

Und viel mehr wollen wir dazu auch gar nicht mehr sagen, denn in der Tonart geht es weiter. Auch Gegentor drei (56.) und vier (58.) sind Geschenke der Unaufmerksamkeit, die das Spiel – allen in der Halbzeit getroffenen Beschwörungen und Vorhaben zum Trotz – extrem vorzeitig zu unseren Ungunsten entscheiden.

Kluft von einem Leistungsspektrum

Alles was danach kommt ist für das Zählbare nicht mehr relevant. Wir sehen ein, aufgrund der gemütlichen Situation, sehr selbstbewusstes Hotel, das gegen sich mehr oder weniger über den Platz schleppende Vibes das Heft in der Hand hat und viel Platz für Gegenstöße vorfindet – ohne diesen effektiv zu nutzen. Unnötiger (aber nicht unrichtiger) Weise geht dann auch kurz vor Schluss noch Alex mit gelb-rot, um nicht nur diese implosionsartige Leistung des USK zu untermauern, sondern auch unsere Personalsituation auf Spannung zu halten.

Am Ende humpelt gefühlt eine halbe Mannschaft vom Feld, die vor nicht allzu langer Zeit noch herausragende, fußballerisch absolut überzeugende Siege mit schwellender Brust gefeiert hat. Diese kilometerbreite Kluft von einem Leistungsspektrum gilt es möglichst rasch am richtigen Ende zu schmälern. Dies wird unsere Aufgabe für die nächsten Wochen der sich gen Ende neigenden Saison – und entscheidend für die finale Bewertung selbiger.

MG