Nachdem wir nun geschlagene drei Wochen Zeit hatten, um uns, aufgrund zweier unglücklich verlorener Prestige-Duelle an einem Wochenende, im Selbstmitleid zu suhlen und nebenbei vielleicht ein paar Ostereier zu suchen, sollte es an diesem Spieltag zum schönen Teil dieser Leidenszeit kommen: der Wiedergutmachung.

Die Young Vibes haben sich dafür ihrerseits bereits am Samstag am Nachzügler Los Andes mit 5:0 abreagiert. Für die Kampfmannschaft stand ein in Relation schwierigeres Spiel auf dem Programm. Der SK Lation war am Wienerberg zu Gast. Und das bedeutet für uns in der Regel umkämpfte Matches, viel aufzubringende mentale Stärke und noch mehr zu verrichtender Laufarbeit. Schon im Herbst haben uns die Lationisten nicht nur frühzeitig aus dem Cup gekickt, sondern ein paar Wochen später auch in der Meisterschaft ein gerechtes X abgerungen. So wie wir, gehören die Jungs aus der Kendlerstraße heuer wieder zum (recht breiten) Spitzenfeld der Liga.

Keine Überraschungen, trotzdem wenig defensive Lösungen

Man kennt einander mittlerweile gut. So gesehen, sind auch für diese anstehenden 90 Minuten keine großen Überraschungen zu erwarten und beide Teams konnten sich im Vorfeld gezielt aufeinander einstellen.

In der Theorie zumindest. Was von Anfang an gut funktioniert: Die Vibes zeigen sich am Ball planvoll wie strukturiert und schaffen es immer wieder gefährlich vors Tor zu kommen. Lenny kann – alleine auf den Goalie zulaufend – bereits in der Anfangsphase das 1:0 machen, setzt das Leder aber knapp daneben. Wenig später probiert es Kostya von der anderen Seite. Sein Abschluss wird vom Tormann abgewehrt, doch Goalgetter Philipp steht goldrichtig und bringt den USK in Führung (20.).

Was nicht so gut funktioniert: Obwohl wir um das schnelle Direktspiel des SK Lation Bescheid wissen, schaffen wir es überhaupt nicht gut, das Umschaltspiel und die zahlreichen tiefen Bälle der Gäste über deren starke rechte Seite zu verteidigen. Immer wieder brechen die Gegner durch und kommen nur aufgrund der eigenen Ungenauigkeit nicht zum Ausgleich – und weil unser Team die brenzligen Situationen dann doch noch irgendwie beherzt im letzten Moment bereinigt

Wir ziehen den Zahn

Immerhin wissen wir in der Halbzeitpause sehr gut, wo wir ansetzen müssen. Mit frisch gewaschenen Köpfen und einer wesentlich griffigeren Herangehensweise gehen wir in den zweiten Durchgang. Und siehe da: wir schaffen von Wiederanpfiff weg, dem lationistischen Angriffswirbel den Zahn zu ziehen. Auch weil der Gegner uns den Gefallen tut, seine stärkste Waffe selbst zu entschärfen, indem der pfeilschnelle Flügelspieler im zweiten Durchgang eine Etappe tiefer positioniert wird.

Auf der anderen Seite des Balles halten wir das Niveau hoch, wodurch sich weitere Chancen ergeben, den Vorsprung auszubauen. Eine dieser Chancen bietet sich Bobo in der 53. Minute, der selbst abschließen kann, aber uneigennützig auf den fast schon überraschten Philipp ablegt. Dieser ist aber nicht überrascht genug, um das noch zu versemmeln. 2:0 – ein Knackpunkt im Spiel.

Der Gegner scheint nun konsterniert, in unseren Reihen hingegen hat mittlerweile enorme Sicherheit Einzug gehalten. Mit dieser Sicherheit retourniert Bobo einen verunglückten Abschlag des gegnerischen Torhüters zum 3:0 (70.).

Nur drei Minuten später (73.) wiederholt sich diese Situation quasi, nur ist diesmal Jakob der Nutznießer, der nicht nur zum 4:0, sondern auch zu seinem ersten Treffer im USK-Trikot abschließt. Die Mannschaft gratuliert herzlich an Ort und Stelle.

Den Schlusspunkt setzt schließlich der eingewechselte Andi in der 86. Minute mit einem satten Schuss von der linken Seite.

Der USK zeigt sich in dieser zweiten Halbzeit also recht abgezockt und fährt einen unerwartet hohen 5:0-Sieg ein, der sicherlich in diesem Ausmaß weniger auf der ausgeglichenen ersten und mehr auf der zweiten Halbzeit beruht, in der wir unser Spiel defensiv wie offensiv eisern durchgezogen haben.

Nun wartet im nächsten Spiel der Tabellenführer. Wir werden mit Rückenwind in die WAF Gruam anreisen.

MG