Nun ist es fast soweit. Der USK startet in die Saison 2025/2026. Und es wird schwer. Wie schwer genau, wissen wir noch nicht. Der Blick auf die Zusammensetzung unserer Unterliga B ringt uns jedenfalls ein gesundes Maß an Respekt ab. Da ist sicher mehr als nur ein Team dabei, das sich hinter vorgehaltener Hand oder auch ganz offen den Platz an der Sonne am Saisonende ausrechnet.
Auch im Cup erwartet uns gleich in der ersten Runde ein ganz heißes Duell:
DSG-Cup: Wiener SK Lation (8. – Unterliga B)
Was haben wir sie geadelt. Zum Geheimfavoriten, haben wir sie in der letzten Saison gemacht. Und dann wollte das Werkl von Anfang bis Ende nicht so richtig laufen. Das hat nicht nur uns überrascht, sondern sicherlich auch die Lationisten selbst, die sich ohne Zweifel mehr ausgerechnet hatten. Warum das so war? Das haben sicher die Herren aus Helfort schon ausgiebig analysiert, wir könnten zu etwaigen Erkenntnissen ohnehin nicht viel beitragen. Nur eines ist gewiss: Alle Spiele die wir gegen den SK Lation bestritten haben, waren saueng – selbst das jüngste Duell wurde, trotz unserer 4:0-Halbzeitführung, noch spannend. Gegen die Lation muss man immer kämpfen, physisch Paroli bieten und Cleverness mitbringen. Auswärts in der Kendlerstraße geht sowieso meist die Post ab. Wir sind also gewarnt. Denn heuer müssen wir nicht nur zweimal in der Meisterschaft ran, sondern eben auch in der ersten Runde des DSG-Cups die Reise nach Ottakring antreten. Gibt angenehmere Aufgaben. Wir gehen davon aus, dass bei unserem durchaus sympathischen Gegner die richtigen Schlüsse aus der letzten Saison gezogen wurden und erwarten sie verbessert. Wir müssen also richtig liefern, um in die nächste Runde einzuziehen, soviel ist sicher. Die Male, wo wir das Gaspedal nicht so richtig gefunden haben und förmlich niedergekämpft wurden sind uns Warnung genug.
Bisherige Duelle: 2:2 (H), 1:3 (A), 3:3 (H), 6:3 (A)
Vienna Falcons (6. – Unterliga A)
Auf den ersten Blick gibt es nichts, was einen mit den Falcons in der kommenden Saison ernsthaft rechnen lässt. Sechster Platz in der Premieren-Unterligasaison. Eh okay. ZIB-Moderator Stefan Lenglinger als Stammspieler. Cool, gibt Promi-Flair-Punkte. Dann gabs mal vor langer Zeit ein Testspiel, das den einzigen sportlichen Berührungspunkt zwischen USK und Falcons markiert. Wir haben glanzlos mit 4:3 gewonnen. Zum Glück werfen wir aber nicht nur einen kurzen Blick auf unsere Konkurrenten, sondern schauen viel genauer hin. Es ist schon vorstellbar, dass auch die Falcons mit dem Siegerpodest liebäugeln. Deren Werdegang in der Unterliga gibt Anlass zur Hoffnung. Nach einer katastrophalen Hinrunde, die man als Vorletzter beendet hatte, drehte das Team von der Marswiese so richtig auf und wäre im Frühjahr sogar ungezwungen geblieben, wäre da nicht der noch furiosere FC Sonntag gewesen. Die Rückrundentabelle platziert die Falken folgerichtig auf der Zwei. Wermutstropfen: Ein paar Stützen – so auch der beste Torschütze – haben den Verein in Richtung des DSG-Neueinsteigers Young Boys Döbling verlassen. Wir sind dennoch gewarnt.
Bisherige Duelle: 4:3 (A)
Meetup United (9. – Unterliga B)
Die Jungs von Meetup kennen wir – inklusive ihres manchmal (häufig) cholerischen Spielertrainers – schon recht gut. Natürlich würden wir auch bei dieser Mannschaft Argumente finden, die den Anspruch eines möglichen Meistertitels untermauern würden. Etwa die Umtriebigkeit am Transfermarkt, da sind wieder ein paar spannende internationale Kicker (u.a. zwei Belarussen und ein Serbe) dazugestoßen. Aber – ohne den Meetups zu nahe treten zu wollen – bei den meisten Konkurrenten kommen uns schnellere und naheliegendere Argumente in den Sinn. Wir wissen natürlich, dass die Truppe schon kicken kann, wenn man sie ins Spiel kommen lässt. Gerade das zu unterbinden ist uns in der Vergangenheit meist recht gut gelungen. Hoffentlich heuer wieder. Der Umzug auf den Nord Wien Platz nervt aber jetzt schon. Der Dampfschiffhaufen gehörte immer zu unseren Lieblingsauswärtsfahrten. Mit dieser Kaisermühlner Idylle kann der Nord Wien-Platz bei weitem nicht mithalten. Der Gegner will es uns offenbar nicht mehr so gemütlich machen. Das sollte uns eine Warnung sein.
Bisherige Duelle: 8:2 (A), 1:1 (H), 3:1 (A), 5:2 (H)
FC Endstation Hernals (10. – Unterliga B)
Der einstige Rivale im Meisterkampf wandelt nun auf den Spuren der Vibes. Ein Jahr später als wir abgestiegen, legten die Hernalser in der letzten Spielzeit eine ähnliche Konsolidierungssaison hin, wie wir zuvor: mit einem krampfigen Herbst und einem zarten Aufschwung im Frühjahr. Nun stellt sich die Frage, ob der Aufwärtstrend so weitergeht. Ganz ehrlich: Keine Ahnung. Die Vorbereitungsergebnisse sind nicht berauschend, aber auch nicht aussagekräftig. Lustig ist nur, dass man zweimal offenbar dasselbe Spiel gespielt hat (2:0-Führung, dann 2:2). Interessanter ist da schon die Verpflichtung des für uns alles andere als unbekannten Viktor Bobrovnikov, den wir schon aus Twentyone-Zeiten kennen und der auch letzte Saison einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Meistertitel der Sox geleistet hat. Mal schauen, wie er sich beim FCEH einfügt. Ansonsten rechnen wir mit, wie immer, sehr engen Duellen, bei denen Tagesform und andere Kleinigkeiten, den Ausschlag geben können. Seit jeher sind die kampfstarken Hernalser Ratten ein tougher Gegner für uns. Überhaupt am ungeliebten Post-Platz. Versteht sich von selbst, dass wir uns da einiges vornehmen. Schon alleine der alten Rivalität zu Ehren. Und nein, das ist keine vollmundige Kampfansage, liebe Endstation. Gegen euch nicht gewarnt zu sein, wäre ein schwerer Fehler.
Bisherige Duelle: 1:1 (A), 3:0 (H), 2:4 (A), 1:1 (H), 2:1 (H), 1:4 (A), 1:2 (A), 4:3 (H), 1:2 (A), 2:1 (H)
FC Nepomuk (6. – Unterliga B)
Hier können wir eigentlich den Text von den Vienna Falcons nochmal einsetzen. Nur, dass wir in diesem Fall schon am eigenen Leib erfahren haben, wie schnell man in der DSG vom desaströsen Herbst (Tabellenletzter mit mageren drei Punkten) zur besten Mannschaft der Rückrunde erwachsen kann. Das muss ein magischer Winter gewesen sein. Damals, als sich der Nepomuk‘sche Chefscout auf offenbar große Tournee durch die Niederungen der deutschen Fußballeinöde begab. Von Eimsbüttel, über Blumenthal, Haunstetten bis nach Verlauterheide drehte der gute Mann jeden Stein um und bastelte schließlich das germanischste Team der DSG-Geschichte zusammen. Hat jedenfalls blendend funktioniert. Sollten die alle noch da sein, dann ist mit Nepomuk definitiv zu rechnen. Schließlich gibt es auch noch den guten alten Silvio. Der muss aber nicht mehr alles alleine machen. Wie schon bei den Falcons, sind wir definitiv gewarnt. Sogar ein kleines Bisschen gewarnter.
Bisherige Duelle: 4:2 (H), 2:2 (H), 0:3 (A), 3:3 (H), 8:2 (A), 2:2 (H)
Play Together Now (11. – Unterliga B)
Die REDS kennen wir mittlerweile auch ganz gut. Trotzdem bleibt diese Mannschaft eine Wundertüte. Zunächst: Großer Respekt gebührt dem dahinterstehenden Projekt, das von Joe Schramml und Co. schon lange erfolgreich am Laufen gehalten wird. Die Tatsache, dass hier mit überwiegend Geflüchteten gearbeitet wird, bedeutet gewisse Unsicherheiten in der Kaderzusammenstellung und im Spielbetrieb. Das wissen wir auch aus eigener Erfahrung. Selbstverständlich wirkt sich das auch aufs sportliche Geschehen auf dem Platz aus. Wir haben es ja schon bei der letzten Vorschau angemerkt und halten uns auch heuer wieder daran: Hier treffen wir auf technisch sehr gute Einzelspieler, die gleichermaßen in der Lage sind, die Großen zu schlagen, wie gegen den Tabellenletzten zu verlieren. Die wenigen Konstanten: Captain Zubaid „Zubi“ Mohammadi spielt und liefert so gut wie immer und am STAW-Platz fühlen sie sich wesentlich wohler als überall anders. Auch das wissen wir und sind im Hinblick auf kommende Saison hoffentlich ausreichend vorgewarnt.
Bisherige Duelle: 5:3 (H), 2:6 (A), 6:2 (H), 2:3 (A), 4:1 (H)
Hotel Kalcio (3. – Unterliga B)
Ja, einige der diesjährigen Unterliga-B-Mannschaften könnten sich den Meistertitel zum Ziel gesetzt haben. Aber nur eine hat es tatsächlich – soweit wir es mitbekommen haben – bereits offensiv ausgesprochen. Warum auch nicht? Seit etwa ein bis zwei Jahren hat das Hotel eine recht patente Mannschaft beisammen. In der letzten Saison stand man zwar recht deutlich im Schatten der beiden Titelduellanten Sox und Rudell, tabellarisch sah das am Ende der Saison aber ganz anders aus. Hinter den beiden genannten reihte sich nämlich gleich Hotel Kalcio ein. Mit nur zwei Punkten Rückstand. Klar, dass die Schwarz-Weißen heuer einen draufsetzen wollen. Die Stärken: ganz klar die physische Komponente und Leute in der Offensive, die echt nicht viele Chancen brauchen. In beiden Begegnungen der letzten Saison hatten wir nicht das Gefühl, mordsmäßig an die Wand gespielt worden zu sein. Am Ende standen wir trotzdem zweimal als deutlicher Verlierer da. Schauen wir mal, vielleicht können wir ja heuer mit gleicher Stabilität und Effizienz dagegenhalten. Vor dem Hotel sollten aber heuer nicht nur wir, sondern auch alle anderen Gegner gewarnt sein.
Bisherige Duelle: 2:4 (H), 5:3 (A), 3:1 (A), 1:4 (H), 0:5 (A), 1:3 (H)
AS District West (2. – 1. Klasse B)
Die Geschichte lehrt uns: Aufsteiger sind immer gefährlich. Daher rechnen wir auch bei District West mit einer Mannschaft, die eine gute Rolle in der Unterliga spielen kann. Was wissen wir? Das Team wurde 2017 gegründet oder besser gesagt von den heute nicht mehr existenten Krügerl United abgespaltet. Weder gegen die Einen, noch gegen die Anderen hat der USK auf Kampfmannschaftsebene jemals gespielt. Dafür aber in der Reserveliga, wo man sich in der Saison 2018/2019 sogar ein kurzfristiges Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft geliefert hat, das unsere Young Vibes für sich entscheiden konnten. Auch, weil sich die District West-Reserve mittendrin aufgelöst hat. So dümpelten die Penzinger einige Jahre reservelos in der 1. Klasse herum – zu gut um abzusteigen, zu schwach für den Titelkampf. Doch nun dürfte ein Knopf aufgegangen sein. District West konnte in der letzten Spielzeit lange mit den in der DSG generell hochgehandelten Hernalser Spartans mithalten (auch in den direkten Duellen), ehe man gen Saisonende das eine oder andere Remis zuviel anschrieb. Aber auch als Tabellenzweiter rutschten die Hütteldorfer in die Unterliga mit rein und können ohne weiteres auch dort hohe Ansprüche stellen. Mit Aufstiegseuphorie ist einiges möglich und die Spartans verteidigen die Thermophylen heuer auch woanders. Insofern: Warnung an alle – außer die Spartaner.
Bisherige Duelle: keine
Kasnudl Athletic Club (1. – 1. Klasse A)
Nicht allzu schwere Preisfrage? Welchem österreichischen Bundesland fühlt sich dieser Verein, der nicht zufällig unter dem Kürzel KAC firmiert, wohl stark verbunden? Gewonnen! Wir haben es mit (siehe Insta-Auftritt) gut gelaunten Kärntnern zu tun. Diese gute Laune kommt natürlich nicht von ungefähr. Gewonnen haben nämlich auch die Kasnudln sehr viel in den letzten Jahren und sind von der 2. Klasse locker in die Unterliga durchmarschiert. Nachdem sich der KAC 2024/25 durch die 1. Klasse fadisiert hat (Rückrunde: elf Spiele elf Siege), ist schwer zu ermessen, wo der Plafond liegt. Alles unter Top-drei wäre für diesen zumindest Mitfavoriten mit Sicherheit eine Enttäuschung, wovon sie in der DSG noch nicht viele erlebt haben. Es ist leicht zu erkennen, dass diese Nudltruppe nicht auf der Nudlsuppe dahergeschwommen ist. Weitere Wortspiele folgen unter Garantie in den jeweiligen Spielberichten. Hier folgt lediglich noch die obligatorische Warnung vor dem vielleicht Top-Anwärter auf Platz eins.
Bisherige Duelle: keine
Celtic Hernals (5. – Unterliga B)
Heimlich still und leise hat sich Celtic Hernals von eher biederen Abstiegskämpfern zu einer Mannschaft für die vorderen Plätze entwickelt. Ob dieser Trend weitergeht ist zwar fraglich, denn das diesjährige Teilnehmerfeld der Unterliga B liest sich durchaus stark. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass die grün-weißen Hernalser da sind, wenn man sie nicht ganz oben am Zettel stehen hat. Für die Jungs vom Red Star Platz spricht ein eingespielter Kader, eine stabile Spielweise und manchmal auch die Fähigkeit aus wenig, viel zu machen. Da haben sich schon einige Kaliber die Zähne ausgebissen. Auch wir schwanken gegen dieses Team zwischen souveränen Siegen und eiskalten Nackenschlägen. Um letztere zu verhindern bedarf es zweier hochkonzentrierter Leistungen – und der Warnung vor der keltischen Kampfstärke.
Bisherige Duelle: 5:2 (H), 1:4 (A), 0:4 (H), 5:1 (H), 1:1 (A)
LGV Wien (9. – Oberliga B)
Wir beschließen unseren Herbst und diese Gegner-Vorschau mit einem der größten Mysterien in diesem kommenden Unterliga-Lineup. Während sich ganz Wien schon auf das Duell Kasnudl vs. Frischgemüse freut, fragen wir uns, was die Herren Brokkoli, Zucchini und Co. überhaupt in der Unterliga verloren haben. So als Neunter der letztjährigen Oberliga B hat man den offensichtlich angepeilten Abstieg relativ souverän nicht geschafft. Die Frage ist: Wusste irgendjemand, dass man in der DSG anscheinend freiwillig ne Liga runter gehen kann? Wir nicht. Das macht die Herren Frischgemüse natürlich automatisch zu einem Mitfavoriten um die Meisterschaft, die sie dann vielleicht genauso unabsichtlich einfahren wie den jüngsten Klassenerhalt. Und dann? Aufstiegsverzicht? Wir werden sehen. Was wissen wir sonst noch über die Simmeringer? Nicht so viel. Sie haben mit Ex-Regionalliga-Kicker Domnik Schmidt einen echten Goalgetter in den Reihen. Das ist auch gut so, weil: Was das Frischgemüse da so alles hinten reinkriegt, muss vorne erstmal kompensiert werden. Letzte Saison hats satte 107 Gegentore gehagelt. In diesem Zusammenhang verwunderlich: LGV setzt auf Routine. Der jüngste Spieler im Kader ist 28. Wir sind gespannt, was uns da erwartet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird’s spektakulär und torreich. Und selbstverständlich sind wir auch hier – richtig – gewarnt.
Bisherige Duelle: keine
Fazit: Selten gab es eine Ligenzusammensetzung, in der locker die Hälfte der Mannschaften den Titelanspruch stellen kann, ohne dafür ausgelacht zu werden. Da werden sich wohl einige gegenseitig die Punkte wegnehmen und am Ende vielleicht nicht die nominell stärkste Truppe ganz oben stehen, sondern die konstanteste. Für die Vibes bedeutet das (wie für die anderen Mannschaften auch), dass Woche für Woche schwere Aufgaben warten, in denen wir uns auf unterschiedliche Arten beweisen müssen. Mal gegen unglaublich offensivstarke, mal gegen enorm stabile Gegner. Wir freuen uns auf die Herausforderung. Am kommenden Sonntag geht’s los.
MG